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Fotos: Thomas Langreder für Pro Beruf
Pressemitteilung, Pro Beruf, 20.11.2010

„Wir möchten unser Glück teilen“

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Pro Beruf-Auszubildende verwöhnen Verkäufer des Straßenmagazins Asphalt Valentin Liubarskyi hat sich für den Abend extra schick gemacht: dunkle Hose, hellgrauer Pullunder, blaues Hemd. „In meinen fünfzehn Jahren bei Asphalt hat uns bisher noch niemand zu einem Drei-Gänge-Essen eingeladen“, sagt der 73-Jährige und damit älteste Verkäufer des Straßenmagazins Asphalt in Hannover. „Ich fühle mich geehrt.“. Zusammen mit 35 Asphalt-Verkäuferinnen und Verkäufern sitzt Liubarskyi an einer festlich gedeckten Tafel im Pro Beruf-Ausbildungsrestaurant im Haus der Jugend in der Maschstraße. Zum kostenlosen Dinner für Asphalt-Verkäuferinnen und Verkäufer – Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind – eingeladen hat das Ausbildungsrestaurant der gemeinnützigen Pro Beruf GmbH in Hannover. „Wir wurden in diesem Jahr mit 15 außerordentlichen Ausbildungsplätzen für ehemals arbeitslose junge Menschen beschenkt, nun wollen wir unser Glück teilen und den Asphaltverkäuferinnen und –verkäufern eine Freude machen“, sagt Rudolf Schulz, Geschäftsführer der diakonischen Jugendhilfeeinrichtung. In der mit EU-Geldern geförderten Verbundausbildung werden derzeit fünfzehn junge Erwachsene von Pro Beruf zu Köchen und zu Fachkräften im Gastgewerbe ausgebildet. Als Jugendhilfeeinrichtung berät und qualifiziert Pro Beruf jedes Jahr mehrere Hundert junge Menschen und bietet weitere Ausbildungsplätze in anderen Berufsfeldern an.

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Der erste Gang wird aufgetragen: verschiedene Räucherfische mit Blattsalaten. „Toll, dass die jungen Leute uns eingeladen haben“, sagt Andrea Dassau. „Ich bin Single und esse normalerweise immer allein, deswegen genieße ich diesen Abend.“ Die langjährige Asphaltverkäuferin drückt den jungen Lehrlingen die Daumen für eine erfolgreiche Ausbildung. Sie selbst hatte eine Lehre zur Floristin nicht abschließen können. Weil sie psychisch krank ist, ist sie nun auf staatliche Unterstützung angewiesen und verkauft das Asphalt-Magazin.

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Als Hauptgang servieren die Azubis Zürcher Geschnetzeltes mit hausgemachten Spätzle und Wildpilzen. „Köstlich“, sagt Asphaltverkäufer Wolfhard Rahn und lobt Arne Tegtmeier. Der angehende Koch steht neben ihm und fragt, ob alles in Ordnung sei.
„Aber klar“, antwortet Rahn, „ihr verwöhnt uns ja richtig.“
Das freut den 24-jährigen Arne Tegtmeier ganz besonders. „Früher habe ich selbst für kurze Zeit Platte gemacht“, erzählt der Auszubildende. „Ich weiß, was es heißt, auf der Straße zu leben.“ Nach Gelegenheitsjobs und Arbeitslosigkeit hat Arne Tegtmeier im Pro Beruf-Ausbildungsrestaurant endlich einen Job gefunden, der ihm richtig Spaß macht. Nach der Ausbildung träumt er davon als Jungkoch Deutschland und die Welt zu bereisen: „Im Sommer auf einer Nordseeinsel, im Winter in den Bergen und später vielleicht sogar mal auf einem Kreuzfahrtschiff zu kochen, das könnte ich mir gut vorstellen“, erzählt Tegtmeier. Derweil balanciert seine Kollegin Tanja Brix gekonnt die Teller mit den Desserts zu den Tischen: Dreierlei von der Schokolade gibt es: weiße Schokomousse, dunkle Tarte und ein Nougatparfait. Nach diversen Espressi bedanken sich die Asphaltverkäuferinnen und –verkäufer schließlich mit Standing Ovations für die tolle Bewirtung. „Es fühlt sich wunderbar an, so wertgeschätzt zu werden“, sagt Almut Maldfeld, Geschäftsführerin von Asphalt, im Namen der Gäste. Die jungen Azubis geben das Kompliment der Gäste gerne zurück. „Schön, dass wir allen so eine große Freude machen konnten“, sagt die 22-jährige Tanja Brix.

Pro Beruf-Ausbildungsrestaurant im Haus der Jugend, Maschstr. 22-24, 30169 Hannover. Öffnungszeiten: 9-18 Uhr, Mittagstisch: 12-15 Uhr.
Telefon 0511.16842728 – E-Mail: restaurant@pro-beruf.de

Gemeinnützige Pro Beruf GmbH
Im Ausbildungsrestaurant von Pro Beruf arbeiten insgesamt fünfzehn Auszubildende in der Küche und im Service. Sie werden im Rahmen des hannoverschen Projekts »Betrieblicher Ausbildungsverbund«, bei dem Pro Beruf Leitbetrieb ist, ausgebildet. In dem herausragenden Projekt teilen sich Betriebe der Stadt Hannover, Restaurants der Privatwirtschaft und Pro Beruf die Ausbildung von jungen Menschen, die zuvor arbeitslos waren oder eine Ausbildung abgebrochen hatten. Gefördert wird das Projekt mit Geldern des Europäischen Sozialfonds (ESF). Darüber hinaus bildet die Jugendhilfeeinrichtung Pro Beruf auch in anderen Berufsfeldern aus, berät und qualifiziert jedes Jahr mehrere Hundert Jugendliche und junge Erwachsene in Hannover und der Region. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe ist Pro Beruf auch Mitglied im Diakonischen Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Getragen wird die Einrichtung von der Ev.-luth. Titusgemeinde und der Sozialen Gruppeninitiative e.V. Außerdem ist der Ev.-luth. Stadtkirchenverband Gesellschafter der Pro Beruf GmbH.

Pro Beruf GmbH, Eckenerstr. 5a, 30179 Hannover Telefon: 0511 -67 37 90
www.pro-beruf.de, rudolf.schulz@pro-beruf.de

Straßenmagazin Asphalt
Asphalt ist mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren das führende Straßenmagazin in Hannover und Niedersachsen. Verkäufer von Asphalt sind Menschen, die wohnungslos oder unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht sind, wohnungslos waren und deren Einkommen nicht höher liegt als der Regelsatz des Arbeitslosengeldes II. Asphalt heißt: Selbsthilfe anbieten, Perspektiven eröffnen, Brücken bauen, Menschen bewegen. www.asphalt-magazin.de